Frauen und Männer - Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen
 

Nicht alles ist privat.

Es gehört zum Schlimmsten, was einem Menschen widerfahren kann: Gewalt erleiden von einer nahestehenden Person. Viele Frauen sind davon betroffen, eine Minderheit von Männern auch.

Mindestens eine von drei Frauen wird im Laufe ihres Lebens geschlagen, zu Sex gezwungen oder auf andere Weise gequält oder sexuell ausgebeutet – meistens von einer Person im persönlichen Umfeld. Doch Gewaltausübende gehen oft straffrei aus. Gewalt in Paarbeziehungen kommt in jeder Kultur, in jedem Land und in jeder sozialen Schicht vor. Die Opfer sind oft sowohl von körperlicher, psychischer als auch sexueller Aggression betroffen.

UN Women setzt sich in Entwicklungsländern dafür ein,

… dass in Prävention investiert, Gesetze durchgesetzt und Gesetzeslücken geschlossen werden;
… dass gefährdete Frauen besser geschützt, Opfer unterstützt und Gewaltausübende bestraft werden;
… dass Tabus gebrochen und Diskriminierungen abgebaut werden.

Beispiel Äthiopien: Gezielte Hilfe für Frauen

Das Engagement von UN Women umfasst:

  • Ausbau des Frauenhauses in Addis Abeba.
  • Aufklärung über die schwerwiegenden Folgen der Genitalverstümmelung, die Verheiratung Minderjähriger und die Prävention von HIV/Aids.
  • Schulung von Polizeikräften und Etablierung von Anlaufstellen für gewaltbetroffene Frauen.
  • Einsatz für Gesetzesanpassungen und für genügend staatliche Mittel für den Schutz und die Stärkung von Frauen.
mehr zu diesem UN Women-Programm

In der Schweiz sind Gewalthandlungen in Ehe und Partnerschaft keine Privatangelegenheit – auch wenn sie nicht vor aller Augen passieren. Sie werden von Amtes wegen als Delikt verfolgt und bestraft. Auch in kantonalen Gesetzgebungen finden sich Bestimmungen zu Gewaltanwendungen.
Übersicht rechtliche Grundlagen

Erfahren Sie Gewalt in der Partnerschaft?

Brechen Sie Ihr Schweigen. Zögern Sie nicht, Hilfe zu beanspruchen.

Kennen Sie Menschen in Ihrem Umfeld, die von Gewalt betroffen sind?

Sehen Sie nicht weg. Ermutigen Sie die Person, Hilfe zu holen und sich beraten zu lassen. Rufen Sie in akuten Situationen die Polizei. In allen Kantonen existieren Beratungsstellen, die Opfer beraten und nach den Möglichkeiten des Opferhilfegesetzes unterstützen. Sie sind für Frauen und Männer da. Hier finden Sie die aktuellen Adressen: Beratungsstellen Opferhilfe

Wissen Sie manchmal nicht weiter, verlieren die Kontrolle und üben Gewalt aus?

Es gibt Auswege aus dieser schwierigen Situation. Der Ausstieg aus der Gewaltspirale ist nicht einfach, aber möglich. Fachleute helfen dabei.
Beratungsstellen für gewaltausübende Männer
Beratungsstellen für gewaltausübende Frauen

Quelle: Fachstelle gegen Gewalt www.gleichstellung-schweiz.ch
Hier finden Sie die aktuellsten Informationen.

Die Gewaltspirale hat eine besondere Dynamik

Abwertungen, Demütigungen, Beschimpfungen münden in körperlichen Misshandlungen. Diesen ist das Opfer hilflos ausgeliefert, wenn Flucht oder Gegenwehr nicht möglich sind. Nebst körperlichen Verletzungen kommt es zu schwerwiegenden psychischen Folgen. Nach einer akuten Phase zeigt die gewaltausübende Person oft Reue, verspricht Besserung, appelliert an Liebe, manche suchen Hilfe. Einige Frauen kehren in dieser Phase aus dem Frauenhaus zurück. Dann folgt die Suche nach den Ursachen des Gewaltausbruchs. Vielfach werden äussere Umstände genannt: Alkohol, die Arbeitssituation, das Verhalten der Partnerin/des Partners. Oft wird dies vom Opfer akzeptiert, es übernimmt die Verantwortung und hat die Illusion, die Gewalteskalation beim nächsten Mal verhindern zu können. Wenn keine der beteiligten Personen Hilfe sucht, dreht sich die Spirale weiter. Die Erfahrungen von Frauenhäusern und Opferberatungsstellen zeigen, dass die Misshandlungen mit der Zeit sogar häufiger und massiver werden.

Ein Ende der häuslichen Gewalt

Häusliche Gewalt ist eine Menschenrechtsverletzung. In der Schweiz sterben jedes Jahr Frauen an den Folgen von Gewalt durch ihre Partner oder Ex-Partner.

Obschon viele Massnahmen gegen häusliche Gewalt in die Wege geleitet und realisiert worden sind, gibt es noch viel zu tun!

Es braucht die vereinten Kräfte von Fachleuten, Institutionen, Politikerinnen und Politikern um gemeinsam den Schutz gewaltbetroffener Opfer her zu stellen. Eine gut informierte und sensibilisierte Öffentlichkeit hat es in der Hand diese Verletzung der körperlichen Integrität und der Menschenwürde zu verhindern.

Die geänderten gesetzlichen Bedingungen, wie die Wegweisung der gewaltausübenden Person aus der gemeinsamen Wohnung oder die Offizialisierung bei häuslicher Gewalt, bieten die Grundlage auch auf rechtlichem Weg gewaltbetroffene Personen zu schützen.

Gewaltausübende können heute zur Verantwortung gezogen werden in dem sie einem Lernprogramm gegen Gewalt in Ehe und Partnerschaft zugewiesen werden. Dort befassen sie sich über längere Zeit mit ihrem gewalttätigen Verhalten und lernen Alternativen dazu.

Hilfe im Notfall

Trotz der verbesserten Massnahmen braucht es immer noch häufig sofortigen Schutz für akut betroffene Frauen mit ihren Kindern. Die Region Basel hat ein Frauenhaus, welches 10 Frauen mit ihren Kindern Schutz bei physischer, psychischer und /oder sexualisierter Gewalt bieten kann. Nicht nur die Frauen erhalten Unterstützung, auch die häufig traumatisierten Kinder werden von Fachfrauen begleitet und gestärkt.

Die Gleichstellung der Geschlechter ist im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt ein ausschlaggebender Faktor. Eine Gesellschaft, für die Gleichstellung eine Selbstverständlichkeit bedeutet, die die Rechte der Frauen respektiert und die ihre Kinder partnerschaftlich erzieht, gibt eine Botschaft an diejenigen ab, die meinen, sich Kontrolle und Macht mit Gewalt sichern zu können.

Zeigen Sie ihre Solidarität mit den Opfern von Gewalt, informieren Sie sich. Ihr Einschreiten und Ihr Wissen kann helfen Gewalt zu verhindern.

ANLAUFSTELLEN FÜR DIE REGION BASEL-LANDSCHAFT UND BASEL-STADT

  • Opferhilfe beider Basel, limit – für gewaltbetroffene Frauen,
    Tel. 061 205 09 10 Website
  • Opferhilfe beider Basel, triangel, für Kinder und Jugendliche,
    Tel. 061 205 09 10 Website
  • Opferhilfe beider Basel, männer plus, für gewaltbetroffene Männer und Jungen
    Tel. 061 205 09 10 Website
  • Frauenhaus Region Basel
    Tel. 061 681 66 33 / rund um die Uhr Website
  • Lernprogramm gegen häusliche Gewalt, beider Basel
    Tel. 061 552 62 38 oder 061 267 44 94
  • Männerbüro Region Basel
    Tel. 061 691 02 02 Website
  • Institut für Gewaltberatung, Basel
    Tel. 079 700 22 33 Website
  • Hau den Lukas HDL, Basel
    Tel. 061 273 23 13
  • Stopp-Gewalt-Kurse-Baselland
    Tel. 079 700 22 23 Website
  • Ausländerdienst Basel-Landschaft
    Tel. 061 827 99 00 Website
  • Anlaufstelle Basel-Landschaft, Beratung Asyl und Migration
    Tel. 061 821 44 77 Website
  • Amt für Migration, Basel-Landschaft
    Tel. 061 552 51 61 Website
  • Beratungsstelle für Asylsuchenden BAS, Region Basel
    Tel. 061 264 94 24 Website
  • GGG Ausländerberatung
    Tel. 061 206 92 22 Website
  • Halt Gewalt. Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt, Basel
    Tel. 061 267 44 93 / 94 Website
  • Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt Basel-Landschaft, Liestal
    Tel. 061 552 62 38 Website
  • Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche:

  • Jugendberatung – Helpnet / Fachstelle Offene Jugendarbeit, Liestal
    Tel. 078 733 77 77 Website
  • Jugendberatung Helpnet Telefon
    Tel. 0840 22 44 66 / 8 Rp. pro Minute
  • Fachstelle Kindes- und Jugendschutz, Liestal
    Tel. 061 552 59 30
  • Abteilung Kindes- und Jugendschutz der Vormundschaftsbehörde (AKJS) Basel
    Tel. 061 267 45 55 Website
  • Elternhilfe beider Basel
    Tel. 061 423 96 50 Website
  • Telefonhilfe für Kinder und Jugendliche 147
    Tel. 147

 
«Gleichheit zwischen den Geschlechtern muss zu einer gelebten Realität werden.»
UN Women Executive Director Michelle Bachelet zu den Zielen von UN Women, Juli 2011