Frauen und Männer - Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen
 

NEIN zu diesem Geschäft.

Menschenhandel ist ein weltweit organisiertes Verbrechen mit geringem Risiko und Milliardengewinnen. Schätzungsweise 800’000 bis zwei Millionen Menschen werden jährlich über Landesgrenzen hinweg gewaltsam verschleppt und verkauft. Viele landen in der Zwangsprostitution. Ungefähr 80 Prozent davon sind Frauen und Mädchen, etwa die Hälfte davon ist minderjährig. Menschenhandel ist zudem ein lukratives Geschäft, jährlich werden ca. 3 Milliarden Dollar umgesetzt. Ein Entkommen ist schwierig.

Ein gut organisiertes Verbrechen

Die Versprechungen für Jobs und Ausbildungschancen klingen verlockend. Viele Frauen in prekären wirtschaftlichen Verhältnissen vertrauen den Vermittlern und reisen „freiwillig“ aus. Am Zielort werden sie oft eingesperrt, die Papiere werden ihnen abgenommen, sie verfügen über kein Geld, kein Telefon und wissen oft nicht, an welchem Ort oder in welchem Land sie sich befinden.

Grenzüberschreitend bekämpfen

Auch UN Women hat sich beim Bund eingesetzt für die Ratifizierung der Europakonvention zur Bekämpfung des Menschenhandels und für ein Bundesgesetz über den Zeugenschutz. Der Bundesrat hat die Vorlage (10.097) verabschiedet und wird vom Ständerat unterstützt. Sobald der Nationalrat das Geschäft und das neue Gesetz zum ausserprozessualen Zeugenschutz verabschiedet hat, kann die Konvention ratifiziert werden.

UN Women ist in den Herkunftsländern aktiv

Zum Beispiel mit Beratungszentren für traumatisierte Frauen, mit Anti-Frauenhandelskomitees in Dörfern entlang der Menschenhandelsrouten und der Sicherung der psychologischen Betreuung für Opfer. UN Women fördert zudem Vereinbarungen zwischen Regierungen von Herkunfts- und Zielländern zur Bekämpfung des Frauenhandels.

Nepal, Indien, Sri Lanka: Gefährdete Witwen

Viele Witwen jeden Alters werden von der Gesellschaft ausgeschlossen, zum Betteln gezwungen oder an die Sexindustrie verkauft. UN Women realisiert in Südasien ein mehrjähriges Hilfsprogramm für Witwen.

Das tut UN Women – zusammen mit Partnern vor Ort

  • Die Witwen gesellschaftlich, wirtschaftlich und emotional stärken
  • Der Ächtung entgegenwirken und die strengen Verhaltensnormen für Witwen aufbrechen
  • Witwennetzwerke aufbauen
  • Die politische Mitwirkung fördern
  • Witwen über ihre Rechte informieren
  • Für mehr staatliche Unterstützung lobbyieren
Mehr zu diesem UN Women-Programm

Ohne Nachfrage kein Handel!

Die Schweiz ist sowohl Ziel- als auch Durchgangsland für den internationalen Frauenhandel. Jährlich werden schätzungsweise zwischen 1500 und 3000 Frauen an die schweizerische Sexindustrie verkauft.

Täter verfolgen, Opfer schützen

Die Bekämpfung des Handels ist wichtig, aufwendig und nicht einfach. Doch die Hilfe für die Opfer darf nicht zu kurz kommen. Viele der Frauen sind schwer traumatisiert. Sie werden von ihren Arbeitgebern eingeschüchtert und oft wird ihnen mit Gewalt gegen Kinder und Eltern in der Heimat gedroht.
Der Bundesrat hat in der Botschaft zum „Übereinkommen über die Bekämpfung des Menschenhandels und das Bundesgesetz über den ausserprozessualen Zeugenschutz“ vom 17. November 2010 die Voraussetzungen zum ausserprozessualen Zeugenschutz geschaffen. Der Ständerat hat die Vorlage am 7. Juni 2011 einstimmig genehmigt. Als nächstes muss der Nationalrat die Vorlage behandeln. Erst dann kann die Europakonvention zur Bekämpfung des Menschenhandels ratifiziert werden, was UN Women schon lange fordert.

Als Freier aktiv werden

Woran erkenne ich Frauenhandel? Wie kann ich helfen? Was sollte ich auf keinen Fall tun? Antworten und weitere Informationen für Freier gibt es online.
Website

Stopp Gewalt

Mehr als tausend Frauen gelangen jährlich durch Frauenhandel in die Schweiz, auch in die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft. Der Kanton Basel-Stadt hat mit dem FIZ eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen. Das FIZ unterstützt Opfer von Frauenhandel aus dem Kanton Basel-Stadt und arbeitet mit den kantonalen Behörden und nichtstaatlichen Fachstellen zusammen. Im letzten Jahr kam es in 3 Fällen, im laufenden Jahr bereits in 5 Fällen von Frauenhandel zu einer Zusammenarbeit. Die Dunkelziffer wird hoch eingeschätzt, viele Opfer schaffen es nicht, aus der Zwangssituation auszubrechen.

Frauenhandel: Anlaufstellen

  • Opferhilfe beider Basel, limit – für gewaltbetroffene Frauen,
    Tel. 061 205 09 10
    Website
  • Opferhilfe beider Basel, triangel, für Kinder und Jugendliche,
    Tel. 061 205 09 10
    Website
  • Frauenhaus der Region Basel,
    Tel. 061 681 66 33 rund um die Uhr
    Website
  • FIZ Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration,
    Tel. 044 436 90 00
    Website

Gemeinsames Engagement von Behörden und Fachstellen

Die kantonale Arbeitsgruppe Menschenhandel ist ein Kooperationsgremium von staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen. Ziele der Arbeitsgruppe sind mehr Schutz für Opfer, eine konsequentere Verfolgung der Täterschaft sowie die koordinierte Zusammenarbeit von Fachstellen und Behörden.

 
«Wir müssen eine Kultur fördern, in welcher die Menschen sich frei und gleichzeitig verpflichtet fühlen, ihre Stimme gegen Verbrechen und Ausbeutung zu erheben.»
Ban Ki Moon, UNO-Generalsekretär
Witwen in Südasien - oft benachteiligt und ausgebeutet
Indien: Rund 45 Mio. Witwen (Zahl steigend), 90% beziehen keine Rente.
Nepal: Zirka 800'000 verwitwete Frauen. 67% sind jünger als 35 Jahre.
Sri Lanka: Rund 33'000 Kriegswitwen durch den Bürgerkrieg im Osten.